Digitaler Nachbarschaftsgipfel 2017

Staatssekretär Klaus Vitt beim Digitalen Nachbarschaftsgipfel

Schon das im Jahr 2012 von der BDO durchgeführte Forum EDV und Urheberrecht befasste sich u.a. mit dem Thema Datenschutz. "Ist die Gesellschaft in der Digitalisierung angekommen?" fragte nun zur Begrüßung Dr. Michael Littger, Geschäftsführer von Deutschland sicher im Netz, dem Veranstalter des Digitalen Nachbarschaftsgipfels 2017. Im Verlagshaus des Tagesspiegels ging es um die Zukunft des Ehrenamts, gekommen waren Vertreter und Vertreterinnen aus zahlreichen Vereinen und Verbänden, aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Klaus Vitt, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, beschrieb in seiner Rede "Das Ehrenamt im 21. Jahrhundert - regional, sicher, vernetzt" Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung. Auf der einen Seite kann sie beispielsweise beim Bürokratieabbau helfen, die Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit und die Vernetzung erleichtern, andererseits bestehen große Herausforderungen, nicht nur was die Veränderung der Arbeitswelt betrifft, sondern speziell auch bei den Themen Sicherheit und Datenschutz.

 

So ergab der Report IT für Non-Profits aus dem Jahr 2015 einen hohen Beratungsbedarf im Bereich Sicherheit. Jeder Einzelne ist gefordert, egal ob beruflich, privat oder im Ehrenamt, mit PC und Internet verantwortungsbewusst umzugehen. Die meisten Risiken könnten durch einfache Maßnahmen vermieden werden, wie sie zum Beispiel das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik beschreibt: Updates, Back-ups und Verschlüsselung verwenden sowie keine veraltete Technik benutzen, lauten die immer wieder genannten Stichpunkte. Aktuelle Sicherheitsinformationen bietet Bürger-Cert. Ein Best Practice-Beispiel  zur Beratung von Vereinen in Sicherheitsfragen ist die Digitale Nachbarschaft.

 

Barbara Thiel, Vorsitzende der Konferenz der Datenschutzbehörden von Bund und Ländern, wies neben den Chancen der Vereine und Verbände als Multiplikatoren auch auf ihre Verantwortung hin: „Immer, wenn personenbezogene Daten verwaltet werden, kommt der Datenschutz ins Spiel“, sagte sie. Und gerade in vielen kleineren Vereinen seien Datenschutzregeln wenig bekannt.

 

Brigitte Zypries, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, hat selbst eine Handvoll Ehrenämter und weiß, dass es ohne einfach nicht geht. Sie war sich in der Abschlussdiskussion mit Willi Hink, Direktor Deutscher Fußball Verband (DFB), einig, dass der Mensch Begegnung und gemeinsame Aktiviät in Gemeinschaft sucht und die Digitaliseirung dabei nur ein Hilfsmittel sein kann. Dr. Thomas Kremer, Vorstandsvorsitzender von Deutschland sicher im Netz und Vorstand Deutsche Telekom, wies darauf hin, dass Digitalisierung aber auch Teilhabe ermögliche, beispielsweise wenn man bei einer wichtigen Veranstaltung nicht anwesend aber per live-stream bzw. Video dabei sein kann. Bernd Schlömer von der Berliner FDP ergänzte, dass durch die Digitalisierung auch ganz neue Zielgruppen partizipieren könnten, z.B. Behinderte. Dr. Kremer schloss: Da die Themen Cloud, Mobil, Netz und Sicherheit auch in Vereinen immer wichtiger werden, muss auch die Sensibilisierung zum verantwortungsbewussten Umgang stetig weitergehen. So kam am Ende der Vorschlag der Ministerin an den neu gewählten Bundestag, ein jeder Abgeordnete möge die Vereine seines Wahlkreises einladen und vor Ort über Sicherheit und Datenschutz sprechen.