6.000 Besucher_innen bei den Tagen der Chor- und Orchestermusik in Eberswalde

Eberswalde zeigte sich am ersten Märzwochenende von seiner musikalischen Seite. Die Stadt war Gastgeberin der Tage der Chor- und Orchestermusik 2016 und erklang in den schönsten Tönen. 6.000 Besucher_innen pilgerten an diesem Wochenende durch die Veranstaltungen. Vor allem die Nacht der Musik präsentierte die große Breite des Amateurmusizierens.

Den Auftakt machte am Freitag das Projektorchester Barnim. Die etwa 120 Instrumentalist_innen und Sänger_innen der Musikschulen Eberswalde und Bernau sowie dem Brandenburgischen Konzertorchester Eberswalde boten den Gästen im Haus Schwärzetal ein vielfältiges musikalisches Repertoire.

 

Der Samstag war mit mehreren Highlights bestückt. Traditionell startete der Tag bei Guten-Morgen-Eberswalde, wo das Spandauer Blasorchester  nicht nur den Saal im Paul-Wunderlich-Haus, sondern auch die oberen Reihen füllte. Es folgte eine spannende Podiumsdiskussion zum Thema „Nachhaltigkeit in der Laienkulturförderung“ (siehe Extraartikel), bevor ein ökumenischer Gottesdienst den Auftakt zu einem wahren Musik-Marathon bildete.

 

Nachmittags lud zunächst das „Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio“ die verschiedenen Generationen ein. In der Stadtbibliothek folgten unzählige Kinder und Jugendliche fasziniert den Anweisungen von Sebastian Fuchs bei Workshop „Human Beatbox“. Zwei Etagen höher sorgte das Spandauer Salonorchester bei den vielen Tanzcafé-Gästen im Seniorenalter für tolle Stimmung.

 

Beim Empfang der Stadt wurde dann der Staffelstab an die im Jahr 2017 ausrichtende Stadt Konstanz übergeben. Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski überreichte Ruth Bader, der Geschäftsführerin der Konzilstadt Konstanz, je eine Zelter- und PRO MUSICA-Plakette. „Eberswalde steht an diesem Wochenende ganz im Zeichen der Musik, die Ausrichtung dieses Ereignisses ist für uns eine große Ehre“, so Friedhelm Boginski. In seiner Rede erinnerte er an das erste Livekonzert, das im Januar 1923 aus Eberswalde in viele Länder übertragen wurde.

 

An den Empfang schloss sich die Nacht der Musik an. An elf Orten im Stadtzentrum gab es im 45-Minuten-Takt Auftritte und Darbietungen verschiedenster Chöre und Orchester. Aus Eberswalde waren u.a. der Forstchor Silvanus, der Käferchor, der Chor Iwuschka, con passione, Aves cantantes, die P&F Blues Company oder das Akkordeonensemble der Musikschule Fröhlich zu hören. Aber auch Ensembles aus Schleswig-Holstein, dem Saarland und Baden-Württemberg waren angereist. „Das sind die größten Tage der Musik, die wir bisher erleben konnten. Das Festival bietet 40 Stunden Musik und mehr als 1.200 Musiker“, so Ernst Burgbacher, der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände, die in diesem Jahr für die Ausrichtung der Tage zuständig war.

 

Der große Abschluss fand am Sonntag im Haus Schwärzetal statt: Das Landesjugendakkordeonorchester Brandenburg, der Mädchenchor der Singakademie zu Berlin, das Sinfonieorchester Friedrichshafen und der Landesjugendchor Brandenburg verliehen dem Festakt einen würdigen Rahmen, in dem die jeweils ersten Plaketten des Jahres 2016 verliehen wurden. Prof. Dr. Sabine Kunst, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, konnte die Zelter-Plakette an die Johanneskantorei und die PRO MUSICA-Plakette an das Sinfonieorchester Friedrichshafen überreichen. Mit der Zelter- und der PRO MUSICA-Plakette werden Chöre und Ensembles ausgezeichnet, die ein mindestens 100jähriges Bestehen nachweisen können. In diesem Jahr sind es 37 Chöre und 7 Orchester.